Kopf an Kopf-Rennen beim Vorlesewettbewerb am AEG

Foto2018 3

„Es war einer dieser Tonnentage. Tage, die man in die Tonne kloppen kann. […Denn] John-Marlon hasste Fußball genauso wie Laufen, Springen, Werfen und Kugelstoßen und er hoffte seit fünf Jahren vergeblich, es würde am Tag der Sommerwettkämpfe regnen.“ In diese Welt von „Wind und der geheime Sommer“ begaben sich die zwölf Klassensieger der sechsten Klassen a-d beim Vorlesewettbewerb des Albert-Einstein Gymnasiums, in der John-Marlon, wie auch andere Kinder, die es schwer im Leben haben, an einem seiner „Tonnentage“ seinen Augen nicht traut: Vor ihm liegt ein wild wuchernder Urwald. Hier wohnt das Mädchen Wind, das John-Marlon einlädt, mit ihr durch den Wald zu streifen. Dort erlebt er Abenteuer in fremden Welten, wie es sie eigentlich nur in Büchern gibt.
Dass Lesen eine Reise in fremde Welten sein kann, das bewiesen die Schülerinnen und Schüler des Albert-Einstein-Gymnasiums beim Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen, denn die Teilnehmer/innen ließen auf ganz besondere Weise nicht nur den ihnen bis dahin noch unbekannten Textausschnitt aus „Wind und der geheime Sommer“, sondern auch ihre eigenen Bücherhelden lebendig werden: Hier erlebten die Zuschauer unter anderem aufregende Entdeckungen der „Drei Ausrufezeichen“, die spannende Welt des „Kleinen Hobbit“, eine Erfahrung der ganz besonderen Art mit „Plötzlich unsichtbar“, Spannung in einer Zukunftsstadt „Ocean City“ und vieles mehr.
Unter der bewährten Leitung von Deutschlehrerin Heike Scherb fand Anfang Dezember der Vorlesewettbewerb der Sechstklässler im Albert Einstein Gymnasium statt. Mitgemacht haben die Klassen 6 a-d, die vorher im Deutschunterricht ihre drei Klassensieger ermittelten. Insgesamt zwölf Klassensieger konnten am Freitag, dem 7.12.18, ihr Können vor der Jury im neu gestalteten Selbstlernzentrum der Schule unter Beweis stellen. Die Jury bestand aus Lehrern/Lehrerinnen der Klassen 6a-d, dem SV-Vertreter Tobias K. aus der Q2, den beiden Deutsch-Referendarinnen sowie Frau Schmückert aus der Sankt Augustiner Bücherstube. Im Publikum befand sich neben Eltern, Großeltern, Geschwistern und Mitschülern auch Georg Reeps, der bereits zum vierten Mal aus Verbundenheit zum AEG, aber auch aus Interesse an der Leseförderung von Kindern und Jugendlichen die Preise für den Vorlesewettbewerb am Albert-Einstein-Gymnasium spendete. Das Mitmachen lohnte sich also.

Als besonders gekonnte Vorleser sowohl des bekannten als auch des unbekannten Textes erwiesen sich die drei Schulsieger des AEG-Wettbewerbs: 1. Marie P. (6a), 2. Hendrik S. (6b), 3. Ronja H. (6b).
Ronja war für ihre erkrankte Mitschülerin Emma B. (6b) eingesprungen – und das aufgrund einer Bänderdehnung sogar auf Krücken. Ihr Einsatz und die Leistungen aller Kinder wurden mit besonderen Preisen belohnt: Herr Reeps spendete ansehnliche Büchergutscheine, welche die ersten drei Platzierten nun in der Bücherstube Sankt Augustin einlösen können. Zudem erhielt auch jeder weitere Teilnehmer einen Buchpreis. Die gesamte Klasse der ersten Siegerin gewann im Rahmen der Wettbewerbspreise ebenso noch einen gemeinsamen Besuch im Jungen Theater Bonn Beuel, ein besonderer Preis für die Klassengemeinschaft.
Der Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und zählt zu den größten bundesweiten Schülerwettbewerben. Marie wird das Albert Einstein Gymnasium im Februar in Siegburg bei dem Vorlesewettbewerb auf Kreisebene vertreten. Vielleicht geht die Reise ja sogar bis Berlin… Wir wünschen ihr dafür viel Erfolg! Und allen Gästen des Vorlesewettbewerbs wünschte der Schulleiter Herr Arndt, so wenig Tonnentage wie möglich. „Tonnentage“ bezeichnete er als Tage, „an denen nicht gelesen oder vorgelesen wird.“

Foto2018 2

Das Foto zeigt von links nach rechts: Marie P. (1. Platz), Ronja H. (3. Platz) und Hendrik S. (2. Platz)

 

(Heike Scherb, Organisatorin des Vorlesewettbewerbs am AEG)