Corona, Klima, Europa
Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl am AEG
 
Zum Auftakt des „Superwahlschuljahrs“, in dem neben der Bundestagswahl auch noch die Wahl zum Landtag stattfinden wird, konnte Schulleiter Michael Arndt namhafte Vertreter*innen der im Bundestag vertretenen Parteien zur Podiumsdiskussion am Albert-Einstein-Gymnasium begrüßen. Mit Norbert Röttgen (CDU), Nicole Westig (FDP) und Alexander Neu (Die Linke) nahmen gleich drei Bundestagsabgeordnete teil. Katja Stoppenbrink (SPD), Richard Ralfs (Bündnis 90/Die Grünen) und Roger Beckamp (AfD) komplettierten das Feld der lokalen Kandidat*innen.
 
Moderiert wurde die Veranstaltung von Veronika Czichowsky und Stefan Cames aus der Jahrgangsstufe Q2/12, denen es souverän gelang, das Gespräch zu leiten und Diskussionen zu ermöglichen, die aber zugleich auch auf die Einhaltung von Gesprächsregeln und Zeitvorgaben wachten – und die Politiker*innen gelegentlich auch mit einer Glocke daran erinnerten, dass ihre Redezeit begrenzt ist.

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Nach anfänglichen Diskussionen zur Corona-Politik bildeten v.a. Klima- und Europapolitik den Schwerpunkt der Veranstaltung. Dass stärkere Anstrengungen zur Erreichung der Klimaziele notwendig seien, war weitgehend Konsens auf dem Podium. In der Frage der Umsetzung zeigten sich dagegen Unterschiede zwischen den Parteien, z.B. im Hinblick auf die Themen Energieversorgung, Ausbau erneuerbarer Energien und internationale Zusammenarbeit.
 
Die Europapolitik liegt dem AEG als zertifizierter Europaschule seit langem am Herzen, umso spannender war es, zu sehen, wie kontrovers die Positionen der Parteien mitunter sein konnten. Während Roger Beckamp – der europakritischen Linie seiner Partei gemäß – betonte, dass Europa nicht mit der EU gleichzusetzen sei und in letzterer einiges „in die falsche Richtung“ laufe, setzte Norbert Röttgen dem ein entschiedenes Plädoyer für eine gemeinsame europäische Politik angesichts globaler Herausforderungen entgegen: „Jetzt ist die Stunde Europas.“ Richard Ralfs bekannte sich zur europäischen Solidarität, Katja Stoppenbrink betonte die praktischen Vorteile eines geeinten Europas. Nicole Westig stellte klar, dass Europa unsere Zukunft sei, konstatierte jedoch zugleich die Notwendigkeit einer Reform der EU. Im Hinblick auf die Flüchtlingspolitik stellte Alexander Neu schließlich fest, dass die EU häufig an ihren eigenen moralischen Ansprüchen scheitere.
 
Auch die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen Q1/11 und Q2/12 des AEG hatten Gelegenheit, sich in die Diskussion einzubringen. Das taten sie auch reichlich und stellten mit Fragen z.B. zum Kohleausstieg, zur Subvention von Solaranlagen, zu Waffenexporten und zur Absenkung des Wahlalters unter Beweis, dass sie sich in den relevanten Themen und Programmen der Parteien auskennen.
 
Am Ende wollte ein Schüler wissen, welches Ministeramt die Kandidat*innen wählen würden, wenn sie sich eines wünschen könnten, und was ihre erste Amtshandlung wäre. Die Antworten waren zum Teil erwartbar, manchmal jedoch auch überraschend. So ergab sich ein buntes „Kabinett“, mit einem grünen Digitalminister, einer Umweltministerin von der SPD, einem internationalen Klimabeauftragten von der CDU, einem AfD-Bau- und Wohnungsminister, aber auch einem Außenminister der Linken und einer Ministerin für Arbeit und Soziales aus Reihen der FDP.
 
Nach der Schlussrunde mit letzten Statements der Kandidat*innen konnten alle Beteiligten auf eine gelungene Veranstaltung zurückblicken, die sicher für die Schüler*innen, die zum ersten Mal wählen dürfen, etwas Orientierung gebracht hat. Das AEG aber behält „die große Politik“ im Blick, Fortsetzung folgt, bald ist Landtagswahl.

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